Geschäftserweiterung im Ausland - wie sich das deutsche Arbeitsleben vom finnischen unterscheidet - Finnchat

Geschäftserweiterung im Ausland – wie sich das deutsche Arbeitsleben vom finnischen unterscheidet

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Man muss in Betracht ziehen, dass viele Dinge anders ablaufen, rät Roope Rämänen, Finnchat CEO, wenn man ihn fragt, welche Herausforderungen auf einen zukommen, wenn man sein Geschäft im Ausland erweitern will.

Die Idee, das Geschäft im Ausland zu erweitern, erblickte im Frühling 2014 erstmals das Licht der Welt. Für Deutschland im Allgemeinen und Berlin im Speziellen sprach eine Summe von Faktoren. Berlin zieht viele Interessante Firmen und Menschen an, und Roope war bereits von der Stadt fasziniert.

– Wenn man einen zweiten internationalen Standort aufbaut, ist es wichtig, dort oft vor Ort zu sein. Auch deshalb ist es wichtig, die Stadt zu mögen, in der die Zweigstelle aufgebaut wird, Roope sagt.

Oft überraschen mich Dinge, nicht etwa, weil sie schlechter gemacht werden, sondern einfach grundlegend anders als bei uns

Der Start in einem fremden Land ist nicht immer leicht. Laut Roope hat der Aufbau der deutschen Zweigstelle von Finnchat viel Zeit und Geld gekostet. Es war allerdings auch eine sehr lehrreiche Erfahrung, und das deutsche Büro hat eine gute Entwicklung durchlaufen.

Auch die Gesetzgebung des Landes muss in Betracht gezogen werden

– Oft überraschen mich Dinge, nicht etwa, weil sie schlechter gemacht werden, sondern einfach grundlegend anders als bei uns, Roope sagt.

Fast alles, so Roope, funktioniert anders, angefangen bei der Gesetzgebung.

– Viele Dinge müssen gelernt und verstanden werden. Es ist sehr hilfreich, Leute um sich zu haben, die bereits Erfahrungen auf den entsprechenden Gebieten haben.

Übermut tut selten gut! Auch wenn die Deutschen ihre eigenen Gesetze kennen, ist es unwahrscheinlich, dass sie auch mit den finnischen so gut vertraut sind. Alles in Ruhe in Betracht zu ziehen erspart viel Arbeit und Mühe, sagt Roope.

– Wer eine Auslandserweiterung in Betracht zieht, muss dafür offen sein, vom beschrittenen Pfad abzuweichen. Ich finde die deutsche Kultur und die Deutschen an sich sehr interessant.

Der Mangel etablierter Kanäle ist ein Problem

Man muss die richtigen Leute finden, die auch bereit sind, für ihr Handeln Verantwortung zu übernehmen.

– Das Problem mit Startups ist es, die richtigen Leute zu finden. Es ist nicht unbedingt eine kulturelle Differenz, sondern eher der Mangel an Kontakten in Deutschland, der das Recruiting erschwert hat. Das ist in Finnland anders, sagt Marko Toivonen.

Marko arbeitet seit 2015 bei Finnchat. Seit August 2017 ist er der für das Berliner Büro zuständig.

Laut Marko herrschen in Deutschland of typische hierarchische Strukturen am Arbeitsplatz, welche dazu führen, dass Arbeitnehmer nicht selbstständig Entscheidungen treffen.

– Wegen der flacheren Hierarchien in Finnland sind Arbeitnehmer oft selbstständiger. Allerdings macht es einen Unterschied, ob man bereits aus einem Berliner Startup kommt oder nicht.

Ein weiterer Unterschied zu finnischen Jobs ist die offene Kritik, oder eher, der Mangel derer.

– In Finnland sei es einfacher, Feedback und Änderungsvorschläge anzubringen. Dies habe auch verändert, wie er in Deutschland arbeite, sagt Marko. Er bemüht sich, Situationen zu schaffen, in denen seine Mitarbeiter offen Kritik und neue Ideen anbringen können.

Der größte Unterschied in der Kundschaft besteht vor allem in der Bereitschaft, neue Dinge auszuprobieren: die deutschen Kunden wollen deutlich genauer informiert werden, bevor sie sich zu einem Test hinreißen lassen.

– Oft wollen die Kunden genaue Daten und Analysen sehen, um sich vom Produkt zu überzeugen. Dies kann allerdings auch eine gute Sache sein, da die Kunden, die sich zum Test entscheiden, oft schon vom Produkt angetan sind.

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